Analoge Fotografie “Die Spiegelreflex Kamera für Einsteiger”

Alte SLR

Analoge Fotografie

In meiner täglichen Arbeit in unserem Business ist mir in den letzten 3-4 Jahren ein erfreulicher Trend aufgefallen.
Junger Kunden entdecken die Analog Fotografie für sich. Häufig beraten wir Neueinsteiger zu diesem Thema.
Ein Grundstein für die Analoge Fotografie und daher auch für viele eine Entscheidung bei der sie Hilfe brauchen, ist die Wahl der ersten Analogen Kamera. In den Unterhaltungen Tauchen häufig Stichworte Wie Spiegelreflexkameras oder Point and Schoot Kamera auf. Auf diese beiden Kamera Typen möchte ich hier in dieser Zusammenfassung einmal anhand von 2 Modellen näher eingehen.

Die Spiegelreflexkamera

Die ersten Modelle der Kleinbild Spiegelfeflex Kamera kamen in den 30ger Jahren auf den Markt, meist deutsche Fabrikate, die aber nur in den Grundzügen. Mit dem zu vergleichen sind was wir heute unter Spiegelreflexkamera verstehen. Die Firma Ihagee mit Ihrer Exakta wahr das erste Massenprodukt dieser Klasse. Aber die gesamte Geschichte der SLR zu beleuchten soll hier jetzt nicht meine Anliegen sein. Daher machen wir jetzt zusammen einen Zeitsprung von den 30ger Jahren in die 70und 80ger Jahre da hier wohl die meisten heute noch einwandfrei zu benutzenden Modelle auf dem Gebrauchtmark zu finden sind. In dieser Zeit war der Kamerabau schon zu größtem Teil von den Aufstrebenden Japanischen Technologieunternehmen übernommen worden. Firmen wie Nikon Canon Minolta und Pentax um nur einige zu nennen hatten die Heimischen Produzenten Zeissikon Rollei Ihage und Leica stark unter Druck gesetzt wenn nicht sogar überflügelt. Einige Merkmahle Der Kameras wahren aber bei eigentlich allen Modellen ähnlich. Die Klassischen SLR Kameras sind fast alle mit abnehmbaren Objektiven ausgestattet. Wobei Jeder Hersteller sein eigenes Objektiv Sortiment mit einem eigenen Bajonetanschluss zum befestigen des Objektives am Gehäuse herstellt.
Hier ist also schon einmal zu berücksichtigen das die Hersteller nicht untereinander kompatibel sind, sondern das Gehäuse vorgibt welches Objektivbayonet zu verwenden ist. Hat man sich also einmal für einen Hersteller entschieden muss man bei Ihm Bleiben oder das gesamte System wechseln. Was sich schlimm anhört ist aber doch nur ein kleines Problem, da alle namenhaften Hersteller ein großes Sortiment an Objektiven auf den Markt gebracht haben. Des weiterne haben auch schon damals Hersteller Wie Sigma Tokina Tamron und andere Objektive für die unterschiedlichen Anschlüsse gebaut. Aber entscheidend ist trotzdem für welches Bajonett man sich entscheidet. Das liegt zum einen daran Wie viele interessante Modelle noch auf dem Gebrauchtmarkt zu finden sind, die auch die Jahre ohne Technische Probleme überstanden haben zum anderen wie sich die Preise dieser Systeme entwickelt haben.
Die hier aufgeführten Systeme halte ich für Praxis Relevant.
Wichtig ist das es hier nicht um die vollständige Aufführung der möglichen Systeme geht sondern um die Verfügbarkeit und die Vielfalt des Angebotes.

 

  • Nikon Bajonet: F (A)
  • Canon Bajonet: FD
  • Pentax Bajonet: PK
  • Minolta Bajonet: MD (MC)
  • Olympus Bajonet: OM
  • Leica Bajonet: R
  • Yashica Contax Bajonet: Y/C

 

Durch unsere Expertise aus 50 Jahren Ankauf und Beschäftigung mit gebrauchten Kameras haben wir einen guten Überblick gewonnen welche Kameras langlebig sind. Oder bei welchen Modellen häufig Probleme auftauchen. Wie entscheide ich mich also für eine Marke.

Ein wichtiger Faktor ist natürlich der Preiß

Kameras der unterschiedlichen Systeme sind aus mehreren Gründen im Preis Variierend. Nikon zum Bespiel ist ein lebendes System, da bis heute Objektive mit dem F (A) Bajonett noch an aktuellen Kameras benutzt werden können ohne sie adaptieren zu müssen. Das lässt die Preise recht stabile bleiben.
Ein Beispiel.

Ein Vergleichs Kit von Nikon

    • Nikon FE II Body 150,-
    • 
Nikon 50mm 1,8 100,-
    • Nikon 24mm 2,0 150,-
    • Nikon 85mm 1,8 220,-

Gesamt Kit Preis 620,-

Ein Vergleichbares Kit von Minolta

  • Minolta X 700        40,-
  • Minolta 50mm 1,7 40,-
  • Minolta 24mm 2,0 130,-
  • Minolta 85mm 2,0 130,-

Gesamt Kit Preis 340,-

Ein Vergleichbares Kit von Leica

  • Leica R5              200,-
  • Leica 50mm 1,8 400,-
  • Leica 24mm 2,8 600,-
  • Leica 90mm 2,0 600,-

Gesamt Kit Preis 1800,-

So erkennt man schnell das es extreme Differenzen gibt. Sind sie gerechtfertigt für jemanden der Freude an Analoger Fotografie
Haben will? Meiner Meinung nach nein. Natürlich werden im direkten Vergleich ein Leica Objektiv dem Minolta überlegen sein,
Nur wieviel ? Da muss man ehrlich sein, höchstens 10%. Das spricht beim Einstieg deutlich für das günstigere System.
Denn eine Frage muss man sich bei der Analogen Fotografie als erstes stellen, geht es um das letzte Quäntchen Bildqualität
Oder geht es um die Freude am Look and Feel. Beantwortet man die Frage mit ersterem geht mann schnell finanziell in die Vollen.
Doch beantwortet man mit zweiter Antwort, lohnt sich der Mehraufwand nicht. Hier möchte ich auch noch erwähnen das wenn ich heute beste Bildqualität will, wähle ich eine Digitale Kamera da Auflösung und schärfe bei aktuellem Equipment deutlich besser sind als bei fast allen Analogen Kameras. Diesen vergleich will ich aber hier nicht näher beleuchten da es ein anderes Thema ist.

Ein Weiterer Punkt bei der Auswahl ist die Verfügbarkeit.

Canon Nikon und Minolta sind die 3 Hersteller mit den damals höchsten Absatzzahlen. Dementsprechend viele gebrauchte Kameras dieser Marken befinden sich noch auf dem Markt. Diese drei Hersteller haben zu dem auch nicht nur eine Qualitätklassen an Objektiven und Bodys hergestellt sondern meistens 2 wenn nicht sogar 3. Das führt dazu das man die Chance hat erst mit günstigen Varianten einer Brennweite zu starten und sich nach und nach zu verbessern.
Hier ein Beispiel für Body´s

 

  • Nikon EM Body         40,-
  • FE Body 100,-
F3     300,-

 

Oder bei Objektiven

 

  • 50mm 1,8E Serie             40,-
  • 50mm 1,8 AIS                 100,-
  • 50mm1,4 AIS Nikkor     200,-
  • 50mm1,2 AIS                 400,-
  • 50mm 1,2 Noct AIS     1200,-

 

Bei anderen Herstellern findet man lange nicht so eine große Vielfalt bei ein und der selben Brennweite.
Der 3 und vielleicht sogar wichtigste Punkt ist die Produktqualität oder besser Producktverlässlichkeit.
Hier gibt es nicht nur zwischen den unterschiedlichen Herstellern Schwankungen, sondern auch bei einem Hersteller finden sie ganz unterschiedliche Produktqualitäten. Vergleicht man eine Minolta X700 mit einer Canon A1 stellt mann schnell fest das die Canon deutlich häufiger defekte aufweist als die Minolta. Hier ist aber festzustellen das der wichtigste Faktor der Erhaltungszustand ist. Einige Fehler wie verrottende Lichtdichtungen tauchen zwar bei allen Modellen auf doch Kammeras mit Stoß und Fallschäden sowie ausgelaufene Batterien sind möglichst zu Vermeiden. Leider ist aber auch ein Makelloses Äusseres kein alleiniger Faktor für Zuverlässigkeit. Eine Kamera die regelmäßig benutzt wurde ist mir da lieber als ein Vitrienenmodell das über die Jahre Standschäden entwickeln kann. Das liegt meistens an Schmiermitteln in Mechanischen Teilen die bei Nichtbenutzung verharzen und dadurch die Funktion beeinträchtigen. Genauso ist falsche Lagerung und dadurch die Entwicklung von Pilz und Schimmel ein häufiges Problem. Solche Probleme kann man dann im Wahrsten sinne Riechen. Häufig entpuppen sich daher Kellerfunde als Wirtschaftliche Totalschäden. Meistens hatte es auch schon einen Grund der den vorherigen Besitzern entfallen ist warum eine Kamera in der Schublade gelandet ist. Da Reparaturen bei den meisten Modellen nicht mehr möglich oder Wirtschaftlich Sinnvoll sind ist hier Vorsicht geboten. Daher sind Aussagen wie die hat immer gut funktioniert oder in Perfektem Zustand leider immer mit Vorsicht zu genießen.
Um Ihnen die Wahl etwas zu erleichtern habe ich mir ein par Kombinationen überlegt die zum Einstieg gut in Frage kommen.

Minolta X 700 mit Rokkor 50mm f/1.7

Hier hat man eigentlich alles was man braucht um wirklich Analog zu fotografieren
Manuelle Fokussierung. Halbautomatische einstellungen für Zeit und Blend aber eben auch eine Vollautomatische Belichtung wenn gewünscht. Einen Hellen und übersichtlichen Sucher sowie eine robuste Mechanik.

Nikon FE (II) Nikkor 50mm f/1,8

Klassischer Zeitautomat mit robustem Metall Gehäuse und einem Hellen und übersichtlichem Bedienkonzept.
Dazu eine Robustere Verschlusssystem. Ikone des Kameradesings

Yashica FR I mit Yashica 50mm f/1,7

Vollmanuelle Kamera mit gutem Sucher, einfacher Bedienung und durch Ihr Bajonett mit Carl Zeiss Objektiven ( YC ) kompatibel.

Es handelt sich natürlich um eine Begrenzte Auswahl aber mit keiner dieser Kameras fährt man schlecht und besonders bei Der Minolta bekommt man tolle Technik zu kleinem Preiß.